Gutshäuser, Herrenhäuser und Schlösser laden ein…

Welche Jahreszeit eignet sich besser als der Herbst um Schlösser oder Gutshäuser zu erkunden? Mit buntem Laub unter den Schuhen macht es doch gleich noch mehr Spaß, durch die Parks zu schlendern und zu erleben wie sich einst die Schlossherren gefühlt haben.

In Mecklenburg-Vorpommern können Sie noch bis zum 16. November im Rahmen des Schlösserherbstes einiges erleben. Welche Gutshäuser und Schlösser es auf der Insel Rügen gibt, erfahren Sie bei uns!

Schlösser und Schlösschen auf Rügen

Auf der Insel Rügen finden Sie zahlreiche kleine Schlösser. Viele wurden mittlerweile zu Hotels oder Pensionen umgebaut. Einige Schlösser möchten wir Ihnen gern vorstellen, die sich hervorragend als Ausflugsziel eignen.

Gutshaus Glowitz

Gutshaus Glowitz

Gutshaus Glowitz

Adresse: Dorfstr. 32, 18581 Putbus

Das Gut Glowitz wird im Jahre 1318 erstmals urkundlich erwähnt, als Einzelhof der Gemeinde Kasnevitz. Noch heute steht in der Kirche von Kasnevitz – einer der ältesten auf Rügen – eine Bank mit der Inschrift ‚Glowitz‘. Das Gut blieb seit jener Zeit bis heute durchgehend besiedelt.

Wohl gegen Ende des 18. Jahrhunderts ging Glowitz in den Besitz der Familie zu Putbus über. Fürst Malte I. erklärte das Gut zu einem der Vorwerke seiner Ländereien, welches er mit den umliegenden 100 Hektar Land verpachtete. Der heutige Bau wurde Ende des 19. Jahrhunderts auf den Fundamenten des abgebrannten Vorgängergebäudes errichtet. Der ungewöhnliche, hellgraue Backstein, aus dem das Gutshaus und die Scheune errichtet wurden, stammt aus der einstigen Fürstlichen Ziegelei bei Ketelshagen.

Um 1885 war Moritz Jahn der Pächter von Glowitz, 1920 übernahm sein Sohn Ernst die Pacht. 1945 wurde Ernst Jahn als Großgrundbesitzer enteignet, vertrieben und inhaftiert. Nach seiner Haftentlassung durfte er nicht mehr nach Glowitz zurück. Mit der Bodenreform wurden Ernsts Sohn Ludwig ein Zehntel des Landes und ein Teil des Gutshauses als Wohnraum zugewiesen. Das restliche Land und der gesamte Tierbestand musste er in die örtliche LPG einbringen. In den 1970er Jahren durfte Ludwig Jahn schließlich das ganze Gutshaus samt 10 Hektar Land kaufen. Die heutigen Besitzer haben Gut Glowitz 1996 erworben und behutsam renoviert.

Sie möchten sich auch mal wie ein Gutsherr fühlen? Das Gutshaus Glowitz können Sie bei den Ostseeappartements Rügen auch mieten: hier Gutshaus Glowitz buchen!

Gutsherrenhaus Neddesitz

Adresse: Am Taubenberg 1, 18551 Neddesitz

Quelle: http://www.ruegen.de/typo3temp/pics/aa__Neddesitz1_f00cca27a1.jpg

Quelle: http://www.ruegen.de/typo3temp/pics/aa__Neddesitz1_f00cca27a1.jpg

Von 1813 bis 1995 war das Gut Neddesitz im Besitz der Familie Gierke. Das Anwesen bestand aus Landwirtschaft und einer Kreidefabrik, aus der 1855 die Rügener Kreidewerke hervorgingen. Familie Gierke beauftragte 1901 den Bau des Herrenhauses. Das Herrenhaus wurde 1911 errichtet.

Ab 1953 („Aktion Rose“) wurde das Gut an die landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) „Neues Deutschland“ verpachtet. Die Kreidefabrik wurde 1962 aufgegeben. 1967 wurde das Gutshaus an den Staat übergeben. Bis 1976 bewohnte Familie Gierke einen kleinen Teil des Hauses. 1995 wurde der Besitz schließlich verkauft.

Dann wurde die Fassade überarbeitet. Das Herrenhaus bietet heute Suiten und eine kleine Hochzeitskapelle. Ein Ausflug nach Neddesitz lohnt sich auf jeden Fall und lässt sich kombinieren mit einem Ausflug zum Opferstein Quoltitz (Siehe auch: Jahr der Romantik auf Rügen) oder zum Kreidemuseum Gummanz.

Schloss Ralswiek

Adresse: Parkstraße 35, 18528 Ralswiek

Direkt am Großen Jasmunder Bodden liegt Ralswiek, wo alljährlich von Ende Juni bis Anfang September die Störtebeker Festspiele stattfinden. Das Ralswieker Schloss befindet sich oberhalb der Naturbühne.

Im Jahr 1891 wurde das Gut an den Fabrikanten Hugo Sholto Graf Douglas aus Aschersleben verkauft. Dieser ließ sich von 1894 bis 1896 das von dem Berliner Architekten Gustav Stroh entworfene Neorenaissancehaus errichten. Es ist ein rechteckiges Gebäude, das von zwei Türmen mit Kegeldächern flankiert wird. Die Ostseite des Gebäudes ist dem Bodden zugewandt. Die Haube des Turms, der sich vor dem Eingang befindet, überragt die beiden äußeren Türme. Im Hauptbau befindet sich ein überdachter Innenhof. 1913 erfolgte der Anbau des Marstalls nach Entwurf des Stralsunder Baumeisters Franz Juhre.

Schloss Ralswiek

Die weitgehend erhaltene Inneneinrichtung wurde teilweise vom bedeutenden Künstler des Jugendstils, dem Maler und Architekten Henry van der Velde, entworfen.

Nach der Enteignung der Familie Douglas nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss als Altenheim und später als Behinderten- und Pflegeheim des Deutschen Roten Kreuzes genutzt. Im Jahr 1999 wurde mit dem Umbau zu einem Hotel begonnen und das Ralswieker Schloss seitdem auch als Hotel genutzt. (Quelle: www.wikipedia.de)

Der weitläufige, das Haus umgebende Park ist aufgrund seiner botanischen Vielfalt einer der sehenswertesten Gartenanlagen Rügens. Er wurde im Jahr 1810 angelegt und vom Grafen Douglas erweitert und ausgebaut.

Jedes Jahr findet an diesem romantischen Ort auch die Rügener Hochzeitsgala statt.

Bei einem Ausflug zum Schloss Ralswiek kann man auch im benachbarten Lietzow das Schlösschen Liechtenstein sehen.

Schlösschen Liechtenstein

Adresse: 18528 Lietzow

Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/39/Schlosslietzow.jpg

Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/39/Schlosslietzow.jpg

Um 1892/93 wurde das ortsprägende Wohnhaus als Kopie des 1839 durch Umbau einer mittelalterlichen Burg entstandenen Schlosses Liechtenstein bei Reutlingen auf der Schwäbischen Alb erbaut. Auftraggeber war der Eisenbahntechniker Bopp, der für den Bau der Bahnlinie Bergen-Sassnitz verantwortlich gewesen ist. Das Gebäude wurde zunächst als „Villa am Dorf“ und seit 1896 als „Schlösschen Lichtenstein“ bezeichnet. Es ist ein zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach und Ziegelabdeckung, einem Treppengiebel und einem runden fünfgeschossigen Turm. Seit 1997 befindet sich das Gebäude in Privatbesitz und wird seitdem umfangreich rekonstruiert und saniert und wird als Wohngebäude genutzt. (Quelle: www.wikipedia.de)

Den Ausflug nach Lietzow kann man zum Beispiel im Bücherbahnhof Lietzow ausklingen lassen und sich noch mit spannender Lektüre für den Abend eindecken.

Schloss Spyker

Adresse: Schlossallee 1, 18551 Spyker

Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9c/SchlossSpyker.jpg

Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9c/SchlossSpyker.jpg

Gut und Schloss Spy(c)ker liegen in der Gemarkung der Gemeinde Glowe. Das Schloss Spyker gilt als ältester Profanbau der Ostseeinsel.

Erstmals erwähnt wurde Spycker 1318. Es gehörte damals der Stralsunder Patrizierfamilie von Külpen. 1344 heiratete eine Tochter aus dem Hause von Külpen in die Familie von Jasmund ein. So wurde der spykersche Zweig derer von Jasmund begründet, der aber 1648 kinderlos ausstarb.

Das Schloss ist ein rechteckiger, dreigeschossiger verputzter Backsteinbau aus dem 16. Jahrhundert. Auffallend sind die vier runden Ecktürme, die das Gebäude heute noch burgartig aussehen lassen.

Als ein Ergebnis des Dreißigjährigen Krieges fiel Pommern, und damit auch Rügen, durch den Westfälischen Frieden 1648 an Schweden. Als Dank für seine Kriegsverdienste belehnte Königin Christine von Schweden 1649 den schwedischen Reichsadmiral und -marschall und späteren Generalgouverneur von Schwedisch-Pommern, Carl Gustav Wrangel, mit dem nun freigewordenen Besitz von Spycker. Die ursprünglich mit einem Wehrgraben umgebene Burg wurde ab 1650 zum heutigen Renaissanceschloss umgestaltet und mit dem für Rügen untypischen, schwedischen Falunrot gestrichen. In der Beletage wurden um 1652 die im baltischen Raum einmaligen, vollplastischen Stuckdecken angebracht.

Nach dem Tod von Carl Gustav Wrangel im Schloss Spyker ging der Besitz 1676 an seine Tochter Eleonore-Sophia, Gemahlin des Herrn zu Putbus. 1687 starb Eleonore-Sophia, und der Besitz ging an das schwedische Geschlecht der Brahes, mit denen ihre ältere Schwester durch Heirat verbunden war. Nach der Besetzung durch die napoleonischen Truppen 1806/07 wurde Spycker vorübergehend Sitz des französischen Gouverneurs für Rügen. 1815 kam das bis dahin schwedische Rügen zu Preußen. Magnus Fredrik Brahe verkaufte im Jahr 1817 Spycker und es kam in den Besitz des Fürsten Wilhelm Malte I. zu Putbus.

Bis zur Bodenreform im Jahre 1945 blieb das Gut im Besitz derer von Putbus. In den folgenden Jahren war das Schloss dem Verfall preisgegeben. Seit den 1960er Jahren bis 1989 wurde im Schloss ein Gewerkschaftserholungsheim des FDGB betrieben.

Von 1965 bis 1968 wurde das Schloss auf Betreiben der Schweriner Denkmalpflege umfassend renoviert. Besonders die kostbaren Barockstuckdecken „Die Jahreszeiten“ im Obergeschoss und die zwei handgeschnitzten Eichentüren im Erdgeschoss wurden aufwendig instand gesetzt. Seit 1990 wird das Schloss als Hotel genutzt und 1995 wurde es nach historischen Vorlagen restauriert. (Quelle: www.wikipedia.de)

Jagdschloss Granitz

Das bekannteste Schloss auf der Insel ist das Jagdschloss Granitz

Das Jagdschloss Granitz wurde ab 1837 von dem Berliner Architekten Johann Gottfried Steinmeyer für Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus errichtet. Es liegt inmitten eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Rügens im Südosten der Insel. Wie ein Wahrzeichen bekrönt der verputzte Backsteinbau den Tempelberg. Der hohe, von Karl Friedrich Schinkel entworfene Mittelturm überragt die Bergkuppe und ist weithin sichtbar.

Das Schloss diente einst dem Aufenthalt fürstlicher Gäste während der Jagdsaison. Daran erinnern eine umfangreiche Trophäensammlung und historisch ausgestattete Salons. Seit mehr als 100 Jahren hat sich das Jagdschloss zu einem beliebten Ausflugsziel der Badegäste Rügens entwickelt. Derzeit empfängt es jährlich etwa 150.000 Gäste aus aller Welt und gehört damit zu den meist besuchten musealen Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern.

Jagdschloss Granitz, Quelle: www.granitz-jagdschloss.de

Quelle: www.granitz-jagdschloss.de 

Veranstaltungen

05.11.2014 um 11:15 Uhr Jagdschloss in Farbe! Von rosa Fassaden und den richtigen Vorhängen: Nach der abgeschlossenen Restaurierung erstrahlen frische Farben im Jagdschloss Granitz: Prächtige Stuckdecken, Vergoldungen oder die farbenfrohen Stickereien im Damensalon geben uns einen guten Eindruck von der Farbenpracht des 19. Jahrhunderts. Von der rosa Fassade (ja, das ist original …) bis zur Frage, wie man das richtige Braun für einen Vorhang findet, beschäftigen wir uns bei dieser Führung einmal genau mit dem Farbenkanon des Jagdschlosses Granitz.

12.11.2014 um 11:15 Uhr Gute Stuben – Die Salons der Fürsten im Jagdschloss Granitz: Von Austern und Visitenkarten, Handarbeiten und Zigarrenqualm erzählt diese Führung durch die repräsentativen Räume des Jagdschlosses Granitz.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Entdecken der Schösser und Gutshäuser!

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