Ort mit ganz viel Geschichte: Garz auf Rügen

OAR auf den Spuren von Slawen, Burgwällen und Ernst Moritz Arndt

Dass Garz auf Rügen bei vielen Gästen der Insel nicht im Reiseplan auftaucht, tut der ältesten Stadt unserer Insel ganz sicher Unrecht. Über lange Zeit Hauptsitz der Rügenfürsten, war der Ort jedenfalls einst so bedeutend, dass man just hier im Jahre 1234 an Stralsund die städtische Gerechtigkeit verlieh und so den Weg der Stadt am Sund zu einer mächtigen Metropole der Hanse maßgeblich mitbestimmte.

Wer sich auf eine geschichtliche Spurensuche begeben will, der ist jedenfalls in Garz goldrichtig. Hier soll sich bis zur Eroberung Rügens durch die Dänen im Jahre 1168 nämlich der neben der Tempelburg am Kap Arkona bedeutendste Sitz der damals herrschenden slawischen Rügenfürsten befunden haben.

Und während der Burgwall am Kap Arkona im Laufe der Jahrhunderte bereits über zwei Drittel durch Küstenabbrüche verschwunden ist, blieb die Anlage in Garz bis heute fast vollständig erhalten. Wegen ihrer Größe von rund 200 x 140 Metern und ihres Zustandes zählt die im 8. bis 9. Jahrhundert entstandene Anlage heute zu den bedeutendsten slawischen Burgwällen in Norddeutschland.

Infotafel am Burgwall

Das Gelände ist sowohl mit dem Fahrzeug als auch mit dem Fahrrad perfekt zu erreichen und wird von der Gemeinde regelmäßig im Rahmen von Festveranstaltungen genutzt, zuletzt Ende Juli 2019 zum Beispiel im Rahmen des Wikingermarktes „Schlacht um Garz“.

Wir sind für unsere kleine Bildergalerie einmal rund um und über den Wall gelaufen und haben dabei auch die beiden Kriegerdenkmäler fotografiert, die sich ebenfalls hier befinden.

Gleich neben dem Burgwall wartet eine weitere Sehenswürdigkeit auf wissbegierige Besucher: das Ernst-Moritz-Arndt-Museum.

Thematische Schwerpunkte in dem markanten Klinkerbau aus dem Jahre 1937 sind das Leben und Wirken des in Groß Schoritz bei Garz geborenen Publizisten, Universitätsprofessors und Schriftstellers Ernst Moritz Arndt (1769 Rügen – 1860 Bonn), die spannende Entwicklungsgeschichte von Garz sowie wechselnde Sonderausstellungen.