Fossilien der Rügener Kreide: Muscheln und Armfüsser

Folge 4 unserer Reihe „Wissenswertes über die Rügener Kreide und ihre Fossilien“

Als Fossil sind sie zuweilen faustgroß und hätten das Herz von Feinschmeckern sicher zum Hüpfen gebracht: Austern. Im urzeitlichen Kreidemeer waren Austern, ganz speziell die „Dickmuschel“ sehr häufig. Diese Folge unserer kleinen Fossilienreihe behandelt Muscheln und solche, die keine sind.

Muscheln

Die Dickmuscheln hatten mit bis zu 2,5 Zentimetern eine extrem dicke Schale, daher auch der Name. Ihre Form weicht von der normaler Muscheln ziemlich stark ab: Eine der beiden Schalenhälften war stark gewölbt und sehr dick, während die andere viel kleiner und dünner blieb und leicht konkav in der großen Schalenhälfte lag. Im Vergleich zu der massigen Schale nahm der Weichkörper des Tieres nur einen relativ kleinen Raum ein.

Fossile Dickmuscheln sind fast überall am Geröllstrand Rügens zu finden. Besonders gute Chancen auf einen Fund hat man aber Strandabschnitten mit großen Feuersteinen, wie es sie direkt an den Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund gibt. Neben den Dickmuscheln sind als Funde aus der Rügener Kreide die Steckmuscheln erwähnenswert. Auch diese Vertreter ihrer Gattung sehen nicht unbedingt wie „normale“ Muscheln aus. Interessant ist, dass Steckmuscheln auch heute noch in warmen Meeren anzutreffen sind.

Viele weitere kleine Muschelarten gab es natürlich auch noch im Kreidemeer, allerdings sind deren fossilie Reste am Strand viel schwieriger zu finden und werden meist von Meer und Brandung zerstört.