Fossilien der Rügener Kreide: Donnerkeile

Folge 3 unserer Reihe „Wissenswertes über die Rügener Kreide und ihre Fossilien“

Donnerkeile zählen ohne Zweifel zu den bekanntesten Mitbringseln eines Urlaubs auf der Insel Rügen. Viel Mysteriöses erzählte man über sie in alten Zeiten. Zumeist deutete man sie als die Spitzen des vom germanischen Gott Donar geschleuderten Blitze. Aber natürlich haben die Donnerkeile rein gar nichts mit Blitz und Donner zu tun …

Unsere zumeist am Geröllstrand unterhalb der Kreidefelsen zwischen den Feuersteinen zu findenden Donnerkeile sind Fossilien ganz anderer Art, nämlich Reste von ausgestorbenen Belemniten. Das waren Kopffüßer – kalmarähnliche Tintenfische – die vor rund 70 Millionen Jahren im kreidezeitlichen Meer lebten. Und während alles Weichgewebe irgendwann zerfiel, blieb das aus Kalk bestehende, kegelförmig zulaufende Ende ihrer Schale, das sogenannte Rostrum, bis heute erhalten. Bis zu zehn Zentimeter lang sind gut erhaltene Exemplare! Meistens aber findet man mehr oder weniger gut erhaltene und von der Brandung abgeschliffene Bruchstücke.