Fossilien der Rügener Kreide: Seeigel

Folge 2 unserer Reihe „Wissenswertes über die Rügener Kreide und ihre Fossilien“

Das Wort „Seeigel“ verbinden die Meisten von uns sicher mit den stachligen und farbenfrohen Geschöpfen, die uns beim Tauchen und Schnorcheln in tropischen Gewässern begegnen. Bei uns auf der Insel Rügen gibt es auch Seeigel, oder besser: gab es. Zuhause waren sie im urzeitlichen Kreidemeer vor ungefähr 70 Millionen Jahren und sind heute als versteinerte Fundstücke besonders beliebt.

Wissenschaftlich zählt man die Seeigel, wie die Seesterne und die Seelilien, zu den Stachelhäutern. Schon seit etwa 450 Millionen Jahren leben sie in den Weltmeeren. Im Meer der Kreidezeit waren sie recht häufig. Allein aus der Rügener Schreibkreide kennt man über 15 verschiedene Arten.

Am auffälligsten unter den am Geröllstrand gefundenen fossilen Seeigeln sind die dunkelgrauen bis schwarzen Feuersteinkerne mit ihrer weißen, fünfstrahligen Zeichnung. So ein Steinkern ist nichts anderes als die Ausfüllung eines Seeigelgehäuses mit Feuerstein. Die ursprünglich noch vorhandene weichere, weiße Kalkschale wurde durch die starke Beanspruchung im laufend vom Wasser bewegten Geröll abgerieben. Nur bei ganz frisch aus der Kreide geborgenen Stücken ist diese Schale noch ganz oder teilweise erhalten.