Großartig: Das Oldtimer-Museum Rügen

Zu Besuch bei flotten Schlitten, Lokomotiven und Feuerwehren.

Jeder kennt sie, diese Orte auf der Insel Rügen, die uns vom ersten Moment an gefangen nehmen. Die Erhabenheit der Kreideküste zum Beispiel. Oder die Leuchttürme am Kap Arkona. Strahlende Sonnenaufgänge am Meer. Leuchtende Raps- und Mohnblumenfelder vor tiefblauem Himmel … – Wir haben für Sie einen Ort besucht, der so gar nicht in dieses Klischee passt, aber trotzdem nicht weniger faszinierend ist.

Wir sind in Prora, jenem Binzer Ortsteil, der seinerzeit als geplantes „KdF-Bad der 20.000“ oder „Koloss von Rügen“ in die Geschichte einging.
Hier, in der Proraer Allee 119, haben wir uns mit Ludger und Timo Guttwein vom Oldtimer-Museum Rügen verabredet. Vater und Sohn sind die Macher dieses Museums,
das bereits 1994 als Eisenbahn- und Technikmuseum Rügen seinen Anfang genommen und seitdem viele tausend begeisterte Besucher gefunden hat.

„Leidenschaft, Abenteuerlust & Design“

… so bringen es die beiden Guttweins auf den Punkt, wenn sie ihr Museum in wenigen Worten beschreiben sollen. Und genau diese Schlagzeile auf dem aktuellen Flyer spürt man auch, wenn man durch die riesige Halle wandelt, wo früher schwere Motoren der NVA dröhnten. Vom Dreck und Gestank früherer Tage ist heute nichts mehr zu merken; fein säuberlich aufgereiht erwarten stattdessen über 80 PKW aus 40 Jahren in Ost und West geteilter deutscher Automobilgeschichte ihre neugierigen Fans.

Zu 99 Prozent sind die guten Stücke sogar noch nach wenigen Handgriffen fahrbereit, wie Timo Guttwein verrät. Sorgsam recherchierte Info-Tafeln stellen die technischen Daten der einzelnen Fahrzeuge dar und verraten die eine oder andere Episode aus dem geschichtlichen Zusammenhang.

Links und rechts dahinter an den Flügeln der Halle riesige Lokomotiven, darunter sogar eine russische P36, die mit 250 Tonnen Gewicht größte und schwerste Lok Europas. Ein erwachsener Mensch ist kaum größer als ein Rad davon … Kein Wunder, dass sie neben einem mit Standarten geschmückten Volvo 264 TE, der Staatskarosse der DDR, zu den meistfotografierten Stücken in der Ausstellung zählt. Der schwarze Edel-Volvo war letztes Jahr sogar noch als Requisit für eine TV-Filmaufnahme im Einsatz, berichtet der Chef schmunzelnd.

Unsere Bildergalerie kann und soll Ihnen nur einen kleinen Einblick davon geben, was Sie alles im Oldtimer-Museum bestaunen können. Schließlich wollen wir hier nicht alles verraten, sondern Sie dazu ermuntern, dieser absolut großartigen Sammlung selbst einmal einen Besuch abzustatten.