Die Preußensäulen und das Verräterhaus auf Rügen

… OAR auf historischer Entdeckungstour.

Wenn wir Rüganer zum Flaxen aufgelegt sind, bezeichnen wir unsere Insel schon mal als „Südschweden“.
Und dass ist gar nicht mal so weit hergeholt. Immerhin gehörte das Fürstentum Rügen fast 200 Jahre lang zur Krone von Schweden: vom Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 bis zur Übernahme der Gebiete durch Preußen im Jahre 1815.

RÜGENS GESCHICHTE<br srcset= von den Anfängen bis zur Gegenwart in fünf Teilen.
Teil 3: RügensSchwedenzeit 1648-1815
von Fritz Petrick.
Putbus/Insel Rügen: rügendruck gmbh, 2009″ width=“212″ height=“300″ />

Kein Wunder also, dass uns an vielen Orten der Insel Bauwerke begegnen, die an die schwedische Besetzung und den schwedischen Einfluss auf das Leben hier erinnern. Zu den markantesten Beispielen zählen sicher die Prosnitzer Schanze, das Schloss Spyker sowie die hölzerne Dorfkirche von Ralswiek, dessen Freilichtbühne am Großen Jasmunder Bodden alljährlich Kulisse für die beliebten Störtebeker-Festspiele ist.

Auch aus der ehemaligen fürstlichen Residenzstadt Putbus und dem Ortsteil Lauterbach am Greifswalder Bodden wissen die Geschichtsbücher einiges im Zusammenhang mit Schweden zu berichten. Wir empfehlen Ihnen an dieser Stelle sehr gern die im Verlag Rügendruck Putbus erschienene Buchreihe „RÜGENS GESCHICHTE von den Anfängen bis zur Gegenwart in fünf Teilen“, deren dritter Band sich um Rügens wechselvolle Schwedenzeit dreht.

Das Buch mit 152 Seiten mit über 50 Fotos, Abbildungen, Karten, Tafeln und Registern sowie die weiteren Bände der Reihe sind im Buchhandel sowie beim Verlag der rügendruck gmbh, Telefon 03 83 01 / 8 06 16, verlag@ruegen-druck.de zu beziehen.

Die Preußensäulen von Neukamp & Groß Stresow

Nach einer über 20jährigen Restaurierungs-Odyssee wurde am 22.08.2012 die erste der beiden historischen Preußensäulen wieder an ihrem alten Standort in Neukamp bei Putbus aufgestellt, die zweite Säule in Groß Stresow folgte 2013. Der Granit für die Säulen stammt übrigens vom Nardevitzer Findling, dem größten auf Land liegenden Findling der Insel Rügen.

Die beiden 22 bzw. 15 Meter hohen Säulen wurden 1855 von König Friedrich Wilhelm IV. gestiftet und erinnern an zwei Anlandungen der brandenburgischen und preußischen Truppen in den Jahren 1678 und 1715. Während der Große Kurfürst im September 1678 im Bündnis mit dem dänischen König Christian V. mit seinen Truppen in der Nähe des Dorfes Neukamp landete und mit seinem Sieg über die Schweden deren Herrschaft kurz unterbrach, betrat Friedrich Wilhelm I. im November 1715 in der Stresower Bucht die Insel Rügen und siegte über die schwedischen Truppen.