In den Geschichtsbüchern gekramt:

Das Ostseebad Binz und seine Plastiken

„Plastiken aus Sommerateliers für Parks und Urlauberzentren“, so titelte am 17. Juli 1985 ein großer Artikel auf der Kulturseite des „Neuen Deutschland“.

Berichtet wurde über das 1. Pleinair der Ostseeländer unter dem Motto „Mensch und Meer“, zu dem die Bezirksvorstände des FDGB und des Verbandes Bildender Künstler der DDR aufgerufen hatten.

Die Leitung des Pleinairs lag in den Händen des Rostocker Bildhauers Wolfgang Friedrich, der auch die „Große Schreitende“, das Titelbild dieses Beitrags, schuf. 11 Bildhauer aus drei Nationen nahmen vom 5.5. – 20.6.1985 und vom 5.9. – 20.10.1985 an dem Event in Binz teil. Dabei waren riesige Sandsteinquader das Ausgangsmaterial der Arbeiten.

Ein Plenair bezeichnet übrigens Arbeiten, bei denen der Künstler unter freiem Himmel bei natürlichen Licht- und Schattenverhältnissen arbeitet, was besonderen Einfluss auf die Werke hat.

Die Künstler und ihre Werke im Einzelnen:

• Karl-Heinz Appelt (Jena) „Figur mit großer Woge“
• Stanislaw Bizek (Szczecin, Polen) „Gallionsfigur“
• Laimonis Blumberg (Riga) „Der Fischer“
• Reinhard Buch (Rostock) „Liegende“
• Lutz Hellmuth (Erfurt) „Das Urteil des Paris“ (des Tauchers)
• Ullrich Holland (Gera) „Sitzende“
• Peter Kern (Berlin) „Sirene“
• Gisela Roßberg-Stamer (Rostock) „Relief“
• Anne Sewcz (Rostock) „Seitlich Liegende“
• Christian Wetzel (Rostock) „Sitzende männliche Figur“
• Wolfgang Friedrich (Bezirk Rostock) „Große Schreitende“ (Wartende)

Als Beitrag zur Vorbereitung des XI. Parteitages der SED sollten die Plastiken einen Plastikpark am Binzer Strand bilden. Sie fanden im April 1986 schließlich ihren Platz vor dem damaligen FDGB-Ferienkomplex. Im Thälmannhaus vor dem Gaststättenkomplex Riga stellten sich die Künstler vom 16.9. – 18.10.1985 außerdem in einer Ausstellung mit kleinplastischen Werken und Bildhauerzeichnungen vor.