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Das Biosphärenreservat Südost-Rügen

Naturparadies zwischen Bodden, Küste und Buchenwäldern

Das Biosphärenreservat Südost-Rügen gehört zu den eindrucksvollsten Naturlandschaften Deutschlands. Zwischen Bodden, Ostseeküste, uralten Wäldern und idyllischen Fischerdörfern erlebt man die Insel Rügen hier von ihrer ursprünglichsten Seite. Ob beim Wandern, Radfahren, Naturbeobachten oder einfach beim Genießen der spektakulären Ausblicke – jeder Besuch vermittelt ein Gefühl von Ruhe, Weite und echter Naturverbundenheit.

Wer seinen Urlaub auf Rügen verbringt, sollte sich die Zeit nehmen, dieses einzigartige Schutzgebiet zu entdecken. Das Biosphärenreservat zeigt eindrucksvoll, warum die Insel weit mehr zu bieten hat als ihre berühmten Sandstrände – nämlich eine Natur, die in Deutschland ihresgleichen sucht.

Was ist das Biosphärenreservat Südost-Rügen?

Das Biosphärenreservat Südost-Rügen wurde 1990 gegründet und umfasst rund 249 Quadratkilometer im Südosten der Insel. Seit 1991 gehört es zum weltweiten Netzwerk der UNESCO-Biosphärenreservate und verfolgt das Ziel, Natur- und Artenschutz mit nachhaltigem Tourismus sowie dem Leben der Menschen in Einklang zu bringen.

Anders als in einem Nationalpark wird die Landschaft hier seit Jahrhunderten vom Menschen geprägt. Historische Dörfer, Weiden, Felder und alte Alleen bilden gemeinsam mit Wäldern, Mooren und Küsten eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft, die zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum bietet.

(C) Biosphärenreservatsamt Südost-Rügen
Info-Flyer „Kultur, Landschaft, Meer und mehr“ hier als PDF zum Download!

Die drei Schutzzonen im Biosphärenreservat Südost-Rügen

Das Biosphärenreservat Südost-Rügen ist in drei unterschiedliche Schutzzonen unterteilt. Jede dieser Zonen erfüllt eine wichtige Aufgabe: Sie schützt die Natur, ermöglicht wissenschaftliche Forschung und schafft gleichzeitig Raum für nachhaltigen Tourismus sowie das Leben und Arbeiten der Menschen. Gerade diese ausgewogene Verbindung macht ein UNESCO-Biosphärenreservat so besonders.

1. Kernzone – Natur ohne menschliche Eingriffe

Die Kernzone bildet das Herzstück des Biosphärenreservats. Hier hat die Natur Vorrang: Pflanzen und Tiere entwickeln sich ohne forstwirtschaftliche oder landwirtschaftliche Nutzung weitgehend ungestört. Ziel ist es, natürliche Prozesse zu beobachten und langfristig zu erforschen.

Zur Kernzone gehören Teile der Insel Vilm und der Goor bei Putbus, weite Bereiche des Zickerschen Höfts sowie ausgewählte Gebiete in der Granitz mit uralten Buchen- und Eichenbeständen. Um diese empfindlichen Lebensräume zu schützen, dürfen Besucher diese Gebiete ausschließlich auf den ausgewiesenen Wanderwegen und die Insel Vilm nur eingeschränkt im Rahmen von Führungen betreten.

Hier finden zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten ideale Lebensbedingungen. Umgestürzte Bäume bleiben liegen und werden Teil des natürlichen Kreislaufs – sie bieten Lebensraum für Pilze, Insekten, Moose und viele andere Organismen.

Merkmale der Kernzone:

  • höchste Schutzstufe
  • keine wirtschaftliche Nutzung
  • natürliche Entwicklung ohne Eingriffe
  • Forschung und Umweltbeobachtung
  • Betreten nur eingeschränkt möglich

2. Pflegezone – Kulturlandschaft erhalten

Die Pflegezone umgibt die Kernzonen und nimmt den größten Teil der besonders wertvollen Naturräume ein. Anders als in der Kernzone greift der Mensch hier gezielt ein – allerdings ausschließlich, um die gewachsene Kulturlandschaft zu erhalten.

Viele Wiesen, Salzwiesen oder Magerrasen würden ohne Beweidung oder Mahd nach und nach verbuschen und ihren ökologischen Wert verlieren. Deshalb werden Schafe, Rinder oder andere Weidetiere eingesetzt, um diese offenen Landschaften zu pflegen.

Auch Moore, Schilfgürtel, Boddenufer und Feuchtgebiete gehören häufig zur Pflegezone. Sie bieten zahlreichen Vogelarten, Amphibien und Insekten einen wichtigen Lebensraum.

Typische Maßnahmen in der Pflegezone:

  • extensive Beweidung
  • schonende Mahd von Wiesen
  • Erhalt alter Obstwiesen
  • Pflege von Hecken und Alleen
  • Schutz seltener Pflanzen und Tiere

Als Besucher kann man diese Bereiche gern auf den ausgewiesenen Wander- und Radwegen erleben. Gerade hier zeigt sich die beeindruckende Vielfalt der Rügener Landschaft.

3. Entwicklungszone – nachhaltig leben und wirtschaften

Die Entwicklungszone umfasst die bewohnten Bereiche des Biosphärenreservats. Hier befinden sich Dörfer, touristische Einrichtungen, landwirtschaftliche Betriebe und viele kulturelle Sehenswürdigkeiten.

Das Ziel besteht darin, Naturschutz und wirtschaftliche Entwicklung miteinander zu verbinden. Landwirtschaft, Fischerei, Tourismus und Handwerk sollen möglichst nachhaltig erfolgen und die natürlichen Ressourcen schonen.

Für Urlauber ist diese Zone besonders interessant, denn hier liegen viele beliebte Ausflugsziele wie Putbus, Lauterbach, die Halbinsel Mönchgut oder zahlreiche kleine Fischerdörfer. Regionale Produkte, traditionelle Bauweise und sanfter Tourismus prägen das Bild.

Kennzeichen der Entwicklungszone:

  • Wohnen und Arbeiten im Einklang mit der Natur
  • möglichst nachhaltiger Tourismus
  • regionale Landwirtschaft und Fischerei
  • Erhalt historischer Dörfer und Kulturlandschaften
  • Umweltbildung und Besucherinformation

Dieses Konzept macht das Biosphärenreservat Südost-Rügen zu einem Vorbild für modernen Natur- und Landschaftsschutz. Als Besucher erleben Sie hier nicht nur beeindruckende Natur, sondern auch, wie Mensch und Umwelt dauerhaft miteinander harmonieren können.

Nachhaltig unterwegs – die Natur bewusst genießen

Wer das Biosphärenreservat mit dem Fahrrad, zu Fuß, per Schiff oder mit dem Rasenden Roland erkundet, erlebt die Schönheit Südost-Rügens nicht nur besonders intensiv, sondern leistet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Schutz dieser einzigartigen Kulturlandschaft. Ohne Parkplatzsuche und Verkehrslärm bleibt mehr Zeit für das Wesentliche: die Ruhe, die frische Ostseeluft und unvergessliche Naturerlebnisse. So wird bereits der Weg selbst zu einem besonderen Teil Ihres Urlaubs auf Rügen.

Wandern in einer einzigartigen Naturlandschaft

Zu Fuß lässt sich das Biosphärenreservat besonders intensiv erleben. Rund 200 Kilometer markierte Wanderwege führen durch abwechslungsreiche Landschaften mit Buchenwäldern, Steilküsten, Salzwiesen und sanften Hügeln.

Zu den schönsten Wanderungen zählen:

  • die Tour durch die Granitz zum Jagdschloss Granitz und zum Schwarzen See,
  • Rundwanderungen über die Zickerschen Berge,
  • Küstenwanderungen zwischen Göhren und Thiessow,
  • Spaziergänge entlang der Boddenufer bei Groß Zicker und Gager,
  • Wanderungen rund um Lauterbach und das Wreecher Idyll.

Unterwegs begegnen Ihnen immer wieder spektakuläre Aussichtspunkte, historische Fischerdörfer und eine beeindruckende Tier- und Pflanzenwelt. Mit etwas Glück lassen sich Seeadler, Kraniche, Robben oder sogar Fischotter beobachten. Beste Chancen dazu und viel Wissenswertes gibt es bei den geführten Touren mit Rangern des Biosphärenreservates oder auch mit thematischen Führungen vom „Naturgeyer“.

Mit dem Fahrrad durch die Natur

Das Biosphärenreservat ist ein Paradies für Radfahrer. Gut ausgebaute Radwege führen entlang der Ostseeküste, durch schattige Buchenwälder, über sanfte Hügel und vorbei an idyllischen Boddenufern. Unterwegs laden kleine Fischerdörfer, Aussichtspunkte und gemütliche Cafés zu einer Pause ein.

Besonders beliebt sind Radtouren:

  • von Binz durch die Granitz nach Sellin,
  • über Baabe und Göhren bis nach Thiessow,
  • rund um die Halbinsel Mönchgut,
  • entlang des Greifswalder Boddens bis nach Lauterbach.

Dank der meist kurzen Entfernungen zwischen den einzelnen Etappenzielen und den Transportmöglichkeiten mit den RADzfatz-Bussen der VVR und im Gepäckwagen des „Rasenden Roland“ lassen sich auch längere Touren gut planen und bewältigen. Wer kein eigenes Fahrrad mitbringt, findet in nahezu allen Orten Fahrrad- und E-Bike-Verleihe.

Mit dem Schiff über Bodden und Ostsee

Eine besonders reizvolle Möglichkeit, das Biosphärenreservat kennenzulernen, bieten die Ausflugsschiffe. Vom Wasser aus eröffnen sich einzigartige Ausblicke auf Steilküsten, Boddenlandschaften und die kleinen Häfen der Region.

Beliebte Schiffsverbindungen führen unter anderem:

  • von Lauterbach zur Insel Vilm oder nach Baabe,
  • von Sellin über Baabe nach Thiessow
  • im Seebrückenverkehr zwischen den Ostseebädern,
  • über den Greifswalder Bodden,
  • zu Rundfahrten entlang der Küste.

Zu den besonders gern gebuchten Schiffstouren gehören auch die Robbenfahrten mit wissenschaftlicher Begleitung, die jedes Jahr von Mai bis Oktober angeboten werden. Alle kleinen und großen Mitfahrer leisten dabei mit ihren Beobachtungen einen Beitrag zum Monitoring-Programm der Robbenpopulation im Greifswalder Bodden und erfahren viel Wissenswertes über Deutschlands größtes frei lebendes Raubtier, dessen männliche Exemplare bis zu 300 Kilogramm schwer und 2,5 Meter lang werden können.

Mit dem Rasenden Roland unterwegs

Ein echtes Highlight ist eine Fahrt mit dem Rasenden Roland, der historischen Schmalspurbahn auf Rügen. Seit mehr als 125 Jahren verbindet die dampfbetriebene Bahn Putbus mit den Ostseebädern Binz, Sellin, Baabe und Göhren.

Gemächlich schnauft die Dampflok durch Wälder, Wiesen und vorbei an den schönsten Landschaften des Biosphärenreservats. Schon die Fahrt selbst wird zum Erlebnis – besonders für Familien und Eisenbahnfreunde.

Der Rasende Roland eignet sich hervorragend, um Wanderungen oder Fahrradtouren miteinander zu kombinieren. So können Sie beispielsweise eine Strecke zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen und bequem mit der Bahn zum Ausgangspunkt zurückfahren. Sehr empfehlenswert ist auch das Kombiticket „Mit Wasser und Dampf“, also eine Verbindung aus einer Schiffstour und der Fahrt mit dem Rasenden Roland!

GPS-Tour & Audio-Guides

Moderne Angebote des Biosphärenreservates Südost-Rügen

Die GPS-Tour „Voller Energie durch die Natur“ ist ein Kooperationsprojekt des Biosphärenreservates Südost-Rügen gemeinsam mit Bioenergieregion Rügen, Forstamt Rügen, Landkreis Rügen und Tourismuszentrale Rügen, unterstützt durch das Hotel Solthus am See in Baabe.

Konzipiert als moderne Schnitzeljagd durch die Ursprünglichkeit und Einzigartigkeit der Natur Rügens zu den Themen Naturschutz, Klimawandel und Erneuerbare Energien, verläuft die GPS-Bildungsroute durch das Naturschutzgebiet Mönchgut und die angrenzende Landschaft, entlang der Küste der Having, einer Meeresbucht des Greifswalder Boddens. Die ingesamt etwa 5,5 km lange Tour richtet sich an alle Naturliebhaber, Entdecker, Familien mit Kindern (ab 10 Jahren) und Schulklassen. Sie ist nicht vollkommen barrierefrei.

Die Natur- und Kulturschönheiten im Biosphärenreservat Südost-Rügen lassen sich darüber auch wunderbar mit kostenlosen Audioguides erschließen. Dazu benötigt man lediglich ein Smartphone mit Internetempfang. Es gibt aktuell zwei verschiedene Ausgaben, die beide mit der kostenfreien IZI-Travel-App (verfügbar für Android und IPhone) funktionieren.

Mehr zur GPS-Bildungsroute
Zum Audio-Guide Rund Middelhagen
Zum Audio-Guide Zicker Berge

Nachhaltig die Natur genießen

Damit diese einzigartige Landschaft auch für kommende Generationen erhalten bleibt, bitten wir alle Besucher, folgende einfache Regeln beachten:

  • auf den ausgewiesenen Wegen bleiben
  • Tiere nicht stören oder füttern
  • Pflanzen nicht pflücken
  • Müll wieder mitnehmen
  • Hunde anleinen
  • Brut- und Schutzgebiete respektieren

So leisten alle einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser besonderen Naturlandschaft.

Veranstaltungen

Das Biosphärenreservatsamt Südost-Rügen bietet jährlich in der Zeit von Anfang Mai bis Ende Oktober ein reich strukturiertes und interessantes Programm an geführten Wanderungen durch das Schutzgebiet.

Zudem besteht ganzjährig die Möglichkeit, Führungen und Veranstaltungen zu speziellen Themen zu organisieren. Anfragen dazu unter Telefon (0385) 588 633 00 bzw. per Mail an poststelle@suedostruegen.mvnet.de

Hier geht´s direkt zum Veranstaltungsplan des Biosphärenreservates Südost-Rügen!

Alle weiteren Informationen zum UNESCO Biosphärenreservat Südost-Rügen finden Sie mit Klick auf das Logo.

Das Granitzhaus

Im Granitzhaus zu Füßen des Jagdschlosses wartet eine kleine „Schatzkammer“ auf neugierige Besucher. Die liebevoll gestaltete Ausstellung ist interaktiv und regt zum Nachdenken an. Sie beinhaltet u.a. eine Animation zur nacheiszeitlichen Entwicklung der Region auf einem 3D-Modell, die auch die Siedlungsgeschichte Südost-Rügens sowie die Entwicklung der Ostsee anschaulich darstellt.

Das Granitzhaus ist zu Ostern, im Mai und Oktober von 10:00 bis 16:00 Uhr sowie von Juni bis September von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Hier geht´s zu einer 360° Grad-Tour!

Ein Ausflugsziel für jede Jahreszeit

Ob blühende Salzwiesen im Frühling, warme Sommertage, farbenprächtige Buchenwälder im Herbst oder ruhige Winterlandschaften – das Biosphärenreservat Südost-Rügen besitzt zu jeder Jahreszeit seinen ganz eigenen Reiz.

Gerade außerhalb der Hauptsaison zeigt sich die Region von ihrer besonders ruhigen und ursprünglichen Seite. Dann genießen Sie als Besucher weite Landschaften, beeindruckende Lichtstimmungen und die wohltuende Stille der Natur.

Wir von den Ostseeappartements Rügen und die zahlreichen engagierten Naturschützer des Biosphärenreservates Südost-Rügen wünschen Ihnen eine recht angenehme und erlebnisreiche Zeit!  

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1 Kommentar

Trackbacks & Pingbacks

  1. Das Biosphärenreservat Südost-Rügen – ein Urlaubsparadies schützen und erleben. › Pressejournal.info sagt:
    24. August 2026 um 15:34 Uhr

    […] _“Das Biosphärenreservat Südost-Rügen – Naturparadies zwischen Bodden, Küste und Buc… so titelt der RügenInsider-Blog von Ostseeappartements Rügen (OAR) in seiner jüngsten Ausgabe. […]

    Antworten

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